Franzsepp Würtenberger

Franzsepp Würtenberger
*09.09.1909 in Zürich
† 15.01.1998 in Karlsruhe
Kunsthistoriker
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Franzsepp Würtenberger kam 1909 in Zürich als Sohn des Malers Ernst Würtenberger zur Welt. 1921 siedelte die Familie nach Karlsruhe über. Nach seinem Abitur am Großherzoglichen Gymnasium erwog Franzsepp Würtenberger Maler zu werden, nahm dann aber ein Studium der Kunstgeschichte auf.

Nach seiner Promotion über „Das holländische Gesellschaftbild“ begann er eine Habilitation über manieristische Deckenmalerei. Psychische Krisen und Schreibblockaden unterbrachen seine 1938 in Graz begonnene Laufbahn als Kunsthistoriker.

Unter dem Eindruck des 1948 veröffentlichten Buches „Verlust der Mitte“ von Hans Sedlmayer begann Würtenberger einen neuen Anlauf zur wissenschaftlichen Arbeit. In Freiburg wurde er Dozent an der Kunstakademie und begann eine Freundschaft mit Klaus Bremer aus dem Kreis der von Rainer Maria Gerhardt mitgegründeten „fragmente-Gruppe“. 1951 kam Würtenberger an das Institut für Baugeschichte der Karlsruher Technischen Hochschule, wo er später außerplanmäßiger Professor wurde.

»Manche Menschen sind nur einmal Künstler in ihrem Leben. Nur dann, wenn es darum geht, die Unterschrift zu schreiben.« Franzsepp Würtenberger im Fasnachtskostüm bei der Vorführung seiner »Akrobatischen Unterschriften im Karlsruher Sandkorn-Theater,  Hagenstraße 5, Oktober 1976

»Manche Menschen sind nur einmal Künstler in ihrem Leben. Nur dann, wenn es darum geht, die Unterschrift zu schreiben.« Franzsepp Würtenberger im Fasnachtskostüm bei der Vorführung seiner »Akrobatischen Unterschriften im Karlsruher Sandkorn-Theater, Hagenstraße 5, Oktober 1976

Würtenbergers originelle, von der Fachwissenschaft jedoch weitgehend ignorierten Forschungen und Thesen zum „Drehraumgefühl“ in der Kunst, zur „Architektur der Lebewesen“ und zum „Antitechnischen-Museum“ zogen Studenten und vor allem die Künstler des Atelierhauses „Neue Schule“ in ihren Bann.

Würtenberger wurde zu einem scharfen Kritiker der Karlsruher Südtangente und polemisierte 1988 gegen das Programm des Zentrums für Kunst- und Medientechnologie (kurz ZKM), das nach seiner Ansicht zu technokratisch ausgerichtet war.

Der exzentrische Professor starb 1998 in Karlsruhe. Seine Arbeits-Autobiographie trägt den Titel: „Das Ich als Mittelpunkt der Welt“.


Publikationen von Franzsepp Würtenberger:

Weltbild und Bilderwelt. Von der Spätantike bis zur Moderne. Wien/München, 1958.

Der Manierismus. Der europäische Stil des 16. Jahrhunderts. Wien. 1962. [Amerikanische Ausgabe 1963; spanische Ausgabe 1964; italienische Ausgabe, 1964]

Meine akrobatischen Unterschriften. Karlsruhe, 1976.

Das Ich als Mittelpunkt der Welt. Eine äonische Biographie. Karlsruhe, 1986.

Die Architektur der Lebewesen. Karlsruhe, 1989, Frankfurt (M.), 1994.

Über Franzsepp Würtenberger:

Weltbild, Denksystem und Kunstform. Franzsepp Würtenberger zum Gedenken. Hg. von Günther Diehl. Katalog der Ausstellungen im Museum für Literatur am Oberrhein Karlsruhe und Atelierhaus Neue Schule, Karlsruhe-Bulach, 1999.


Dank an:
Das Stadtarchiv Karlsruhe für die freundliche Bereitstellung des Fotos von Würtenberger


Bild »Manche Menschen sind nur einmal Künstler in ihrem Leben«:
aus: Franzsepp Würtenberger: Meine akrobatische Unterschriften, Karlsruhe, 1976

Portrait Franzsepp Würtenberger:
Franzsepp Würtenberger zwischen Studenten. Fotograf: Schlesiger. Quelle. Stadtarchiv Karlsruhe, 8_BA_Schlesiger_A21_181_7_3

Zu dieser Person gibt es keine Augmented Reality Inhalte.

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