Ingeborg Stahlberg

Ingeborg Stahlberg
*06.01.1921 in Morbach bei Trier
† 22.12.1985 in Karlsruhe
Verlegerin

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Ingeborg Stahlberg kam nach ihrer Promotion an der Universität Heidelberg 1945 nach Karlsruhe. Sie arbeitete zunächst als Lektorin im Badischen Buch-Verlag und gründete 1946 den Stahlberg-Verlag. Der Verlag stand mit seinem Programm für Erneuerung und Tradition: in der Reihe „Ruf der Jugend“ publizierten junge Autoren. Die „Stahlberg Jugendklassiker“ vermittelten Rilke und die Literatur der Romantik, daneben erschienen Werke von Wilhelm Hauff, Adalbert Stifter und Ludwig Tieck.

An der Verlagstagung „Ruf der Jugend“ nahm auch Hans Werner Richter teil, der die geplante Literaturzeitschrift „Der Skorpion“ seiner „Gruppe 47“ bei Stahlberg herausbringen wollte. Das Verlagsprogramm erschien ihm jedoch bald als, wie er schrieb, „zu innig und scheint immer inniger zu werden“.

Durch den Einstieg von zwei Gesellschaftern kamen Anfang der 1950er-Jahre zwei neue Autoren in den Verlag, die nicht für Innigkeit standen: Arno Schmidt, der gerade wegen Gotteslästerung juristisch verfolgt wurde und Curzio Malaparte, dessen Roman „Kaputt“ dem Verlag zwar juristische Probleme aber auch hohe Verkaufszahlen brachte.

Ingeborg Stahlberg, 1952 mit Verlagshund »Bambuschi«,  auch »Pelle« genannt – nach dem Stahlberg-Bestseller »Die Haut« von Curzio Malaparte.

Ingeborg Stahlberg, 1952 mit Verlagshund »Bambuschi«, auch »Pelle« genannt – nach dem Stahlberg-Bestseller »Die Haut« von Curzio Malaparte.

Von Arno Schmidt, dessen Werk viel beachtet, aber lange Zeit wenig gekauft wurde, veröffentlichte Stahlberg bis 1970 14 Titel. Schmidts „Zettel’s Traum“, ein 1300-seitiger Roman im Großformat, war das letzte Buch im Stahlberg-Verlag. Nach dessen Ende arbeitete Stahlberg als Lektorin beim Deutschen Bücherbund in Stuttgart.

Sie erhielt 1978 das Bundesverdienstkreuz, und wohnte, wenn sie nicht in ihrem Ferienhaus im Elsass war, wieder in Karlsruhe.1985 starb Ingeborg Stahlberg, 1994 wurden ihr Verlag in einer Ausstellung des Karlsruher Museums für Literatur am Oberrhein vorgestellt.


Publikationen zu Ingeborg Stahlberg:

Die Bücher des Stahlberg Verlages, Katalog Oberrheinisches Dichtermuseum Karlsruhe [= rheinschrift 1], 1994.

Heima Hasters: Fräulein Doktor wird Verleger. Inge Stahlberg 1946, Karlsruhe, 1996.


Hörstück:
Ingeborg Stahlberg – »Kaputt« und »Zettel’s Traum«

Sprecherin:
Catharina Kottmeier


Dank an:
Das Stadtarchiv Karlsruhe für die freundliche Bereitstellung des Fotos von Ingeborg Stahlberg


Stahlberg mit Verlagshund:
Aus: Die Bücher des Stahberg Verlages, Katalog Oberrheinisches Dichtermuseum Karlsruhe, 1994

Portrait Ingeborg Stahlberg:
Fotograf unbekannt. Quelle: Stadtarchiv Karlsruhe, 8_PBS_oIII_1731

Lidellplatz
Am Öffentlichen Bücherschrank befindet sich ein Marker. Scannen Sie den Marker und geniessen Sie das Hörstück.Location_Stahlberg2@2x

ton_2Hörstück
vermittelt Fakten zur Person in Form von Zitaten und freier Erzählung.