Reinhold Frank

Reinhold Frank
*23.07.1896 in Bachhaupten bei Sigmaringen
† 23.01.1945 in Berlin-Plötzensee
Rechtsanwalt, Strafverteidiger

Portrait_Frank_200x200_o1923 trat der junge Rechtsanwalt Reinhold Frank in eine Karlsruher Kanzlei ein. Sein Seniorpartner, der Anwalt Franz Xaver Honold war außerdem Badischer Gesandter in Berlin, und so kam Frank in Kontakt zu konservativen Politikern, die später eine Rolle spielen sollten im Widerstand gegen Hitler.

Nach der Machtübernahme der Nazis war Frank für wenige Monate Abgeordneter der katholischen Zentrumspartei im Karlsruher Bürgerauschuss, wo er durch Eingaben versucht, die Beschlüsse des NSDAP-Bürgermeisters Friedrich Jäger zu korrigieren. Nach der völligen Gleichschaltung der Politik durch die Nazis vertrat Frank als Anwalt die Rechte von Gegnern des Regimes: Er verteidigte Sozialdemokraten, Mitglieder einer katholischen Jugendgruppe, einen Karlsruher Stadtpfarrer und eine Schauspielerin, die zu einer elsässischen Widerstandsgruppe gehörte.

Einen Tag, nachdem er die Französin vor dem Volksgerichtshof in Berlin vor einem Todesurteil hatte bewahren konnte, wurde Frank verhaftet. Es war der 21. Juli 1944, ein Tag nach dem versuchten Attentat auf Hitler. Die Gestapo kam Frank auf die Spur, weil sich sein Name auf der Liste eines Widerstandskreises fand. Frank sollte nach dem Sturz Hitlers Unterbeauftragter für Baden werden.

Frank vor dem Volksgerichtshof in Berlin, 13. Januar 1945  Aus:  Der Widerstand im deutschen Südwesten 1933–1945 Hg. von Michael Bosch und Wolfgang Niess. Stuutgart: Landeszentrale für politische Bildung baden-Württemberg, 1984 S. 300.  Kein Bildnachweis

Reinhold Frank als Angeklagter vor dem Volksgerichtshof in Berlin, Freitag 12. Januar 1945, Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe, Signatur N Frank 5a

Am 12. Januar 1945 wurde Frank vor dem Volksgerichtshof wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, und am 23. Januar, wenige Monate vor Kriegsende, hingerichtet. Franks Familie in Karlsruhe durfte keine Todesanzeige schalten lassen und musste die Kosten des Verfahrens tragen.

In Karlsruhe gibt es seit Sommer 1945 eine Reinhold-Frank-Straße und seit 2000 eine Vorlesungsreihe zu seinem Gedenken.


Über Reinhold Frank:

Volksgerichtshof-Prozesse zum 20. Juli 1944. Transkripte von Tonbandfunden, hrsg. vom Lautarchiv des Deutschen Rundfunks, Frankfurt (Main), 1961 [enthält Material zum Prozess gegen Reinhold Frank vor dem Volksgerichtshof]

Michael Kißener: »Für das Recht. Die Karlsruher Widerstandsgruppe um Reinhold Frank«. In: 20. Juli 1944 in Baden und Württemberg, Hg. von Rudolf Lill und Michael Kißener, Konstanz, 1994


Dank an:

Generallandesarchiv Karlsruhe
für die freundliche Bereitstellung des Bildes Frank als Angeklagter vor dem Volksgerichtshof in Berlin, Signatur N Frank 5a


Portrait Reinhold Frank:
aus: Johann Locher: »Reinhold Frank, Bekenner und Opfer«. In: St. Konrads-Kalender für das Jahr 1954, S. 26–28, Karlsruhe 1953.

Zu dieser Person gibt es keine Augmented Reality Inhalte.

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